Der Neue Tag - Ausgabe vom 24. Juli 2006

Wichtige Hilfe zur Selbsthilfe

„Learny": Bildungseinrichtung für behinderte Menschen
feiert zehnjähriges Bestehen

Die Vorsitzende des Vereins
"Know- How- sozial e.V.",
Lisa Volland (rechts), überreichte
den "Learny Award" an die
Leiterin der Einrichtung,
Marion Dietrich (links),
und würdigte damit
deren Arbeit zum Wohle
behinderter Menschen.
Bilder: rid (2)
Wernberg- Köblitz. (rid) Vor zehn Jahren hatten engagierte Menschen die Idee,
in der Oberpfalz eine professionelle Weiterbildungseinrichtung für behinderte
Menschen zu gründen. In der Trägerschaft des Vereins „Know- How sozial e. V.“
wurde das Bildungshaus „LEARNY“ unter der Leitung von Marion Dietrich
eröffnet. 1996 begann man mit fünf Kursen, die damals 41 Personen nutzten.
Im vergangenen Jahr waren es bereits 500 Teilnehmer mit insgesamt
800 Kursstunden. Grund genug also, um am Freitag, den Erfolg und das
zehnjährige Jubiläum der Einrichtung gebührend zu feiern.

Die Vorsitzende des Vereins „Know- How sozial e. V.“, Lisa Volland, begrüßte
behinderte Kursteilnehmer, Freunde der Einrichtung und zahlreiche Ehrengäste.
Darunter auch Dr. Andreas Frank, Referent für „Berufliche Rehabilitation und
Schwerbehindertenrecht“ vom bayerischen Sozialministerium, Gaby Kagemann-Harnack,
Präsidentin der Gesellschaft für Erwachsenenbildung (Berlin), MdB Franz Hofbauer
und den ersten Bürgermeister Georg Butz.

Die Integration von Menschen mit Behinderung und deren gleichwertige Teilhabe
am Arbeitsleben bedeuten für Dr. Andreas Frank eine Herausforderung für jede
humane Gesellschaft. Arbeit gehöre zu den grundlegenden Bedürfnissen eines
jeden Menschen. „Behinderte Menschen wollen ihren gesellschaftlichen Beitrag
aus eigener Kraft einbringen“, betonte der Vertreter des Sozialministeriums.


Zentrale Aufgabe
Nach dem Gesetz gehöre es zu den zentralen Aufgaben einer Werkstatt für
behinderte Menschen, angemessene Bildung zu bieten und die Weiterentwicklung
der Persönlichkeit zu fördern. Mit der Bildungsarbeit des Vereins „Know- How sozial“
werde diese gesetzliche Vorgabe in vorbildlicher Weise umgesetzt. Dr. Frank appellierte
an die Arbeitgeber, sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst zu sein und
mehr Behinderte einzustellen. Gerade im Handwerk sowie in Klein- und Mittelbetrieben
gäbe es noch viele ungenutzte Beschäftigungschancen.

Kritische Töne fand auch Gaby Kagemann- Harnack, Präsidentin der Gesellschaft
für Erwachsenenbildung (Berlin). Auch wenn zur Zeit überall der Rotstift regiere,
dürfe Bildung nicht nur Elite- Bildung sein. Eine Gesellschaft, die Teile ihrer Mitglieder
ausgrenze, sei eine arme Gesellschaft. Die Vorsitzende der Vereins
„Know-How-sozial e. V.“, Lisa Volland, überreichte den „Learny Award“ an
die Leiterin der Einrichtung,
Marion Dietrich, und würdigte damit deren Arbeit zum Wohle der Behinderten. Uschi und
Oliver, zwei „erfahrene“ Kursteilnehmer, blickten in einem Sketch auf
„10 Jahre Learny“ zurück.

Marion Dietrich ehrte langjährige Kursteilnehmer mit Blumen und Gutscheinen und
überreichte den Gewinnern eines Malwettbewerbs Preise. Am Nachmittag war die
Bevölkerung zu einem „Tag der offenen Tür“ geladen. Zum Programm gehörten
Theateraufführungen, Tanzshows und eine Losaktion. Die Besucher bekamen auch
einen Einblick in die Arbeit der Einrichtung, die zusammen mit der Firma „Dr. Loew
Soziale Dienstleistungen“ und den Wernberger Werkstätten für Behinderte Maßnahmen
zur Berufsförderung und der Erwachsenenbildung anbietet.


19 Bildungsreisen
Die Teilnehmer lernen Lesen und Schreiben und lebenspraktische Handgriffe zur
Alltagsbewältigung, treiben Sport, spielen Theater und unternehmen Ausflüge.
Seit 2000 hat „Learny“ 19 Bildungsreisen organisiert. Kurzum: Die Einrichtung leistet
Hilfe zur Selbsthilfe und erleichtert behinderten Menschen das Leben in der Gesellschaft.
Learny- Leiterin
Marion Dietrich (rechts)
ehre langjährige
Kursteilnehmer
mit Blumen und
Gutscheinen.
Im Hintergrund die
Ehrengäste der
Jubiläumsfeier.