Der Neue Tag - Ausgabe vom 24. Juli 2006

Musik fernab des Mainstream

„Schmidbauer und Kälberer“ begeistern in der TSV- Turnhalle

Nachdenkliche Musik,
ohne zu tief in die
Melancholie- Kiste
zu greifen:
Werner Schmidbauer
und Martin Kälberer
begeisterten bei ihrem
Konzert in der
TSV- Turnhalle.


Bild: Baehnisch
Wernberg- Köblitz. (tib) 1994 haben sie sich gefunden, der Sänger und Texter
Werner Schmidbauer und Multi- Instrumentalist Martin Kälberer. Seit 1997
tourt der ehemalige „Live aus dem Alabama“- Moderator, der seit ein paar
Jahren zum Beispiel das „Gipfeltreffen“ im Bayerischen Fernsehen moderiert,
mit seinem kongenialen Partner als Duo durch die Lande.

Bereits zum zweiten Mal gastierte das Duo nun am Freitag abend anlässlich
der Feier zum zehnjährigen Bestehen von „Learny“ in Wernberg- Köblitz –
oder „Wernerberg- Kälberitz“, wie Schmidbauer zu Beginn des Konzertes
scherzhaft feststelle. Vor zwei Jahren machten die beiden Musiker bereits
Station im Musik- Cafe „B14“, wo sie heuer am 9. Dezember abermals zu
hören sein werden.

„oiweiweida“ heißt das neue Programm von „Schmidbauer und Kälberer“
und stellt eindrucksvoll unter Beweis, dass es auch in der heutigen
schnelllebigen und oftmals flachen Musikepoche möglich ist, anspruchsvolle
Musik mit tiefgründigen Texten fernab des Mainstream zu machen.

Schmidbauer ist ein nachdenklicher Mensch, der mit offenen Augen
durchs Leben geht. Seine Gedanken, oft aus alltäglichen Situationen
aufgegriffen, fasst er in Lieder, ohne dabei aber zu tief in die Melancholie- Kiste
zu greifen. Im Gegenteil: In lebensbejahende und optimistische musikalische
Kleider sind seine Texte gewandet. In seinen Liedern erzählt Schmidbauer
meist alltägliche Geschichten, hält aber auch der Gesellschaft ab und an
knallhart den Spiegel vor. „Mei geht’s uns heut wieder schlecht“ ist zum
Beispiel so ein Lied in dem er die deutsche Jammer- Mentalität aufs Korn nimmt.

Wenn man von „Schmidbauer und Kälberer“ spricht könnte man ebenso gut
„Schmidbauer und Band“ sagen. Denn das, was Martin Kälberer musikalisch
abliefert ist allererste Sahne und ersetzt locker eine mehrköpfige Begleitband.
Der Percussionist und Pianist spielt nicht nur auch ausgefallene Instrumente,
er fungiert auch selber als eines: „Fotznblattler“ nennt sich das und lässt das
Publikum erstaunt lauschen, welche Töne man erzeugen kann, indem man
sich mit der flachen hand auf die Backen schlägt.

Nach zwei Stunden verabschieden sich „Schmidbauer und Kälberer“ von
einem restlos begeisterten Publikum in der TSV- Turnhalle, das sich vehement
noch zwei Zugaben erklatscht.